Lakemania 2017

Erstes Saisonhighlight heuer: „24h Burgenland Extrem“.
Zum ersten Mal in meiner Karriere völlig overdressed am Start.
Als neu nominierter Kapitän unserer Mannschaft stellte ich mich natürlich in die erste Reihe, um eine gute Ausgangsposition zu schaffen.
Der Druck war enorm, weil unser Sportchef schon im Vorfeld seine Erwartungen zum Ausdruck brachte. „Mach unserem neuen Sponsor keine Schande“, „Alles außer der schnellsten Zeit wäre eine Enttäuschung“. Kurz vorm Start ging ich nochmal die unglaublich gut ausgetüftelte Taktik durch, „vullgas einitreten wos geht und vorn dabeibleiben“.  

Start: Ich heftete mich an die Spitzengruppe, und nach 150 Metern musste ich leider feststellen, dass ich in die falsche Richtung fuhr, weil ich mich den CXlern angeschlossen hatte.
Ich drehte um.
Oje, letzter. Am Horizont konnte ich noch die Rücklichter der Rennradgruppe sehen. Ich dachte an unseren Sportchef und wie traurig er über diesen dummen Fehler sein wird.
War das Rennen zu diesem Zeitpunkt bereits verloren? Ich raffte mich noch einmal auf und begann eine Aufholjagd. Nach ca. 500 Meter hatte ich die gesamte Gruppe eingeholt und fuhr alleine die erste Runde.
Nach dreieinhalb Stunden erreichte ich wieder Podersdorf. Die Offiziellen schauten mich an. „Du bist schon eine Runde gefahren?“. Ich:“Ja.“Sie:“Echt?“Ich:“Ja“. Also fuhr ich die zweite Runde. Und weil ich musste noch eine dritte.
Nachdem ich gefühlte zwei Stunden gewartet hatte, kam die nächste Gruppe ins Ziel.
Diese stattlichen Individuen gehörten der seltsamen Spezies der Randonneure an. Ich hab mir sagen lassen, die sind sowas wie die Philosophen unter den Radfahrern. Sie wurden wie Sieger empfangen. Alle im Zielbereich klatschten. Die Randonneure nahmen ihre Helme ab und übergaben sie ihren Frauen. Diese trugen die Helme mit voller Stolz, als wäre es die Collegejacke des Quarterbacks.

Mein Kollege Condor und ich genossen diesen Moment, wie auch den restlichen Abend.