RACE ACROSS THE ALPS 2017

Nach meinem sechsten Platz im Vorjahr mit einer Zeit von 23:40, wollte ich dieses Jahr die Zeit und wenn möglich auch die Platzierung verbessern.
Beim durchsehen des Startfeldes reihte ich mich selbst an die Achte Position.
Die größten Veränderungen zum letzten Jahr waren, dass ich versuchte das Stilfserjoch zu Beginn langsamer, dafür aber gleichmäßiger zu fahren.
Des Weiteren verwendete ich dieses Jahr ein Rad mit Aufleger und Alubremsflanken, das während den Abfahrten und den Flachpassagen zum Einsatz kam, sowie ein Orbea Orca (zum ersten mal ein Carbonrad) das mir, recht herzlichen Dank dafür, von RadAktivGraz zur Verfügung gestellt wird.
Fixe Wattwerte die ich in den Aufstiegen treten wollte, hatte ich keine vorbestimmt. Ich versuchte mich auf mein Körpergefühl zu verlassen, mit einer möglichst hohen Trittfrequenz, sowie im sitzen zu fahren.
Die Anfangsphase gestaltete sich wie erwartet. Geschlossenes Feld bis Prad und mit Beginn des Anstiegs wurde das Tempo erhöht. Ca. 700hm blieb ich in der Spitzengruppe und setzte danach meine Fahrt auf Platz vier liegend alleine fort.
Sehr schwierig war, wie schon letztes Jahr, das Stück ab Bormio auf den Gavia. Meine fünf Minuten Vorsprung auf den fünftplatzierten Jürgen Pansy schrumpften sehr schnell. Mein Teamchef gab mir zu verstehen, dass der Jürgen sehr fit aussehe, womit ich mich auch darauf einstellte, mich von ihm überholen zu lassen und mein Tempo weiter zu fahren.
Am Gavia angekommen erfolgt der erst Radwechsel und der Beginn meiner Lieblingspassagen des Rata. Kurz vor der Auffahrt zum Mortirolo hatte ich Jürgen wieder eingeholt. Den ersten Teil des Anstiegs fuhren wir gemeinsam. Danach lies er mich wieder stehen. Ich blieb bei meinem Tempo. Am Gipfel überholte ich Jürgen wieder.
Am Aprica begann für mich ein neues Duell um den vierten Platz. Rainer Steinberger schoss mit einem unglaublichen Tempo an mir vorbei. Ich versuchte ihm zu folgen, hatte in der Abfahrt aber nicht die geringsten Chancen, womit ich mich wieder auf mich selbst konzentrierte. Dazu kam, dass ich immer öfter Krämpfe in den Beinen bekam.
Die Nacht war wie schon letztes Jahr wunderschön zu fahren. Sternenklarer Himmel sowohl am Bernina, als auch am Albula. Und die Nachtabfahrten sind sowieso eines der absoluten Highlights des Ratas.
Der Bernina ist mit seinen knapp 35km und 1900hm für mich der mental anstrengendste Anstieg. Durch die gefühlt, endlos lange, dunkle Steigung verliert man hier leicht die Motivation.
Nachdem ich die „Flachpassage“ nach Davos relativ gut hinter mich gebracht hatte, folgte in der Dämmerung der Flüela Pass, den ich beim diesjährigen Rata am meisten genießen konnte.
Wahrscheinlich deshalb, weil ich mir von da an ziemlich sicher war, das Rata erfolgreich beenden zu können. Außerdem war Rainer Steinberger wieder in mein Blickfeld geraten. Zum Überholen dauerte es allerdings noch bis zur Zwischenabfahrt des Ofenpass.
Rainer folgte mir nicht direkt, wodurch ich relativ entspannt in letzten langen Anstieg, den Umbrail, starten konnte. Nach der Abfahrt vom Stilfser Joch wartet als letzte Hürde ein Pass, der so gar nicht zu den anderen Pässen passt. Obwohl er mich eher an eine Autobahn erinnert, ist der Reschenpass ein gebührender Abschluss fürs Rata.

Fazit: Das Rata war auch im Jahr 2017 ein Wahnsinn und mit 22:23 und dem vierten Platz kann ich hoch zufrieden sein. Recht herzliche Gratulation an alle Finisher.

Und Recht herzlichen Dank an RadAktiv Graz Veloblitz Fuhrwerk Logistik und Sportbionier Bio Sporternährung – sozial & fair für die Unterstützung