DOS RAS Extreme geile Hawara!

Früh waren die Ziele für das DOS RAS Extreme 2011 gesteckt. Dieses mal sollte alles besser und professioneller werden als bei den letzten Langstreckenrennen (2x Glocknerman, 1x Race Around Austria). Das Betreuerteam wurde schnell zusammengestellt und bei der ersten Besprechung wurden gleich die zwei wichtigsten Eckpunkte beschlossen: DIXI sollte Sponsor werden und jeder braucht einen Schnauzer fürs Rennen. Nachdem das geklärt war, wurde für ein paar Wochen eine kreative Pause eingelegt, in der zum Einen die Fahrwoche großartig über die Bühne gebracht werden konnte und zum Anderen der Schnauzer zu sprießen beginnen konnte.

Bei der zweiten sehr alkoholischen Besprechung wurde dann ein Zeitplan und eine ToDo-Liste bis zum Rennen festgelegt. Diese war zwar schon am Tag danach über den Haufen geworfen, aber zumindest war klar was noch zu tun war. In teilweise chaotischen Tagen wurden Möbel fürs Betreuerauto, dass uns von der Sport Union zur Verfügung gestellt wurde, gezimmert, allerhand Kleinzeug organisiert um der Slowenischen StVO (also StVSl) zu entsprechen und es wurde neben vielen Kleinigkeiten auch eine ordentliche Stromversorgung organisiert, da wir damit beim RAA unnötige Probleme hatten.

Nachdem am Dienstag das Auto dann vollständig beladen wurde und alles installiert und verkabelt war ging es am Mittwoch frohen Mutes nach Postojna. Gleich nach der Ankunft meldeten wir uns fürs Rennen an, bezogen unser Hotelzimmer und für mich, dem besten Teamchef, und dem besten Vize-Teamchef Bipo ging es dann vor dem spektakulären Galadinner zur Rennbesprechung. Ohne viel Neues erfahren zu haben schlugen wir uns beim Galadinner die Wampen voll und Proper durfte zur Abrundung des gelungenen Abends auch noch eine Startzeit ziehen. Da die Bierversorgung während dem Abendessen etwas zu wünschen übrig lies, war im hoteleigenen Bowlingcenter für alle Betreuer Teambuilding bis zur Sperrstunde und darüber hinaus angesagt. Proper versuchte sich währenddessen für das Rennen auszuruhen und viel zu schlafen.

Am Donnerstag, dem Tag des Rennstarts, wurde in der Früh noch das Auto und Fahrrad zur technischen Abnahme fertig gemacht. Bei der technischen Abnahme lief alles glatt und es wurde uns ein GPS Gerät eingebaut. Die Funktion wurde durch den bekannten „ICH-SCHAUKEL-DAS-AUTO“- Test sichergestellt. Dabei klebt zuerst ein GPS-Fachmann das Gerät an die Windschutzscheibe und versucht dann relativ erfolglos durch Hüpfen das Auto ein bisschen zu schaukeln. Hat offenbar geklappt und wir waren endgültig abgenommen. Nachdem wir die ersten Kilometer der Stecke abgefahren sind, um uns zu versichern, dass wir uns nicht gleich am Anfang verfahren können, legte Proper noch eine Nachmittagspause ein und der Rest vom Betreuerteam hat den Nachmittag in der Höhle von Postojna verbracht.

Um 19:48 ging es für Meister Proper dann am Hauptplatz von Postojna bei Volksfeststimmung los. Er hätte von einer Polizeieskorte zu uns geführt werden sollen, aber Proper und Polizei verträgt sich anscheinend nicht wirklich und er wählte lieber einen kleinen Umweg und lies den Polizisten ins Leere fahren. Nachdem sich, nach kurzem Gelächter, Betreuerauto und Fahrer getroffen hatten ging das Rennen so richtig los. Großartig. Es lief von Anfang an recht gut, einige Fahrer wurden überholt und nur ganz wenige, wie zum Beispiel der extrem starke David Misch, überholten uns. Es ging in die erste Nacht und das Feld rückte auf den Hügeln etwas zusammen. In dieser Phase hat uns wohl auch der spätere Dritte, Christoph Strasser, überholt.

Im Begleitauto funktionierte alles perfekt. Es wurde weltmeisterlich navigiert, großartig autogefahren, sexy geschlafen und lecker Jause zubereitet. War aber auch nicht anders zu erwarten vom besten Team der Welt.  Wir wechselten uns von Anfang an ab, damit im Auto alle immer halbwegs fit waren um den Proper dann umso besser über die Müdigkeitsphasen zu helfen.

Wir versorgten den Proper (aka Puc Berger, Buchperger und Puchberger) regelmäßig mit lecker Flüssigfutter und lecker Elektrolytgetränken. Hin und wieder bekam er auch ein kleines Leckerli (vorwiegend Lachgummis) um die Motivation hochzuhalten. Nebenbei unterhielten wir ihn mit den schlechtesten Witzen der Menschheit und bemerkten, dass in Slowenien vor fliegenden geilen Hirschen und Schlangen mit Ständern gewarnt wird. Beim Unterhalten via Funk war zu beachten, dass ein Witz möglichst oft wiederholt wird. Nur so wird ein Witz ein Schenkelklopfer. Naja, wie nicht anders zu erwarten ging der Plan auf und bis zum Vrsic-Pass kamen wir ohne größere Pause aus. Am Vrsic wurde zum ersten Mal gepowernappt. Der Tag verlief bis auf Knieschmerzen ganz gut und so steuerten wir unser nächstes Ziel fanBASE an.

Gegen halb elf am kamen wir bei der URC fanBASE an und es erwartete uns das mit Abstand lauteste und vermutlich auch das betrunkenste Partyzelt auf Propers Rundreise. Wir konnten uns ein bisschen stärken und ein bisschen Proviant aufnehmen. Die liebe Susi hat uns auch noch das Bananaphone mitgebracht. Großartig!!! Jetzt stand dem Bananofonieren nichts mehr im Wege und die Wählscheibe schnurrte im Minutentakt. Noch einmal Danke an die Organisatoren, Aufbauer und Anfeuerer. Die fanBASE hat noch Stunden später motiviert.

Mit dem ganzen Schlafentzug verschwimmen auch in der weltklassen Teamchefwahrnemung die Ereignisse, und da der Artikel eh schon längst Überlänge hat, werde ich nur noch ein paar Highlights herauspicken:

Socatal: Wirklich, und dieses mal ohne Scheiß (ich schwöre), eine Reise wert. Wahnsinns Gegend.

Jesenice: Stahlstadt (Das Linz von Slowenien) mit den wohl schönsten Plattenbauten Europas und außerdem zur Weltstadt der Gehsteige 2001 gewählt. Hat uns durch seine Grau in Grau in Schmutz – Optik überzeugt.

Liegefahrradfahrer sind schwer abzuschütteln, Vorarlberger (Alexander Vonbank) nur beim Kacken.

Die Straßen sind teilweise nicht sehr rennradfreundlich und die Gegend für einen Proper ein bisschen zu eintönig.

Die Slowenen sind alle fahrradverrückt, jeder kennt das Rennen und die meisten applaudieren, ratschen und feuern die Fahrer an. So ist auch bei einem Fußballspiel an dem wir vorbeigekommen sind kurzzeitig Stimmung aufgekommen.

Im Betreuerauto wurde regemäßig durchgewechselt (schlafen, navigieren, „kochen“, fahren). Nebenbei wurde fleißig gepfurzt, Knoblauchsalami mit Lachgummi und Energydrinks gefuttert und getrunken, hin und wieder der Proper versorgt aber hauptsächlich wurde deppat daher geredet.

Es lief also alles nach Plan. Bei Timestation 9 wurde die zweite große Pause eingelegt um dann das restliche Rennen ohne Pause durchfahren zu können. Das gab einigen Betreuern die Möglichkeit zum ersten Mal aufs Klo zu gehen und die Zwischenzeiten der anderen zu erfragen. Nach gut 45 Minuten Pause ging es dann auf die letzten drei Etappen. Um mich zu wiederholen: Es lief auch jetzt noch relativ problemlos, bis der Proper gut 45km vorm Ziel stehen blieb und uns fragte, wen wir hier den treffen würden. Nachdem wir ihm dann klargemacht haben, dass wir gerade ein Radrennen fahren und wir nicht in Kärnten sind, ging es dann auch ruck zuck ins Ziel.

Nach 2 Tagen, 3 Stunden und 43 Minuten war Schluss mit Meister Proper am Popsch schauen und wir konnten uns ein paar Bier gönnen.

Großartig waren aber nicht nur wir sondern auch die URCler David Misch, der leider aus dem Rennen nach 800km und Topplatzierung aussteigen musste und Severin Zotter, den wir leider im Ziel um Minuten verpassten. Ich gratuliere uns.

Wir waren und sind die Schönsten. Wir lieben uns! Schnauzer für alle!

LieGrü
Powl